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Historische Serienmörder

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Die Historischen Serienmörder

Ein Gesang auf Peter Nirsch

Im Jahr: 1581

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Ein Gesang auf Peter Nirsch (1581)


Hört zu ihr Frauen unde Mann,
was ich setz und will zeigen an,
In diesem Lied zu singen,
von einem Mörder wohl bekannt,
Gott will, daß mir`s gelinge.

Derselb war Peter Nirsch genannt,
In vielen Landen wohl bekannt,
Viel Mordtat hat er begangen,
Wie ich hernach anzeigen will,
Habt danach kein Verlangen.

Als er nun in die fünfzehn Jahr,
Ein Mörder in viel Landen war,
An Reichen und auch Armen,
Hat er so manchen Mord getan,
auch hat er sich unterstanden

Und kommen in das Frankenland,
Ein groß bäuchiges Weib er da fand
Bei Ochsenfurt, merket eben,
Die ist von Kitzingen gewest,
Hat ihr genommen das Leben.

Und aufgeschnitten mit Begier,
Ein Knäblein fand er da bei ihr.
Das tät er auch aufschneiden
Und nahm das Herzlin aus ihm bald,
Aß es mit großen Freuden.

Die Händlein er auch mit sich nahm,
Und wieder in das Elsaß kam,
Eim schwangern Weib tät er nachstellen,
Die mocht ihm nicht werden zuteil,
Da bekam er einen Gesellen.

Von dem lehrnt er die schwarze Kunst,
Kein Mensch mocht bei ihm haben Gunst.
Der Teufel hät ihn besessen.
Ein Netz, darin ein Knäblein geboren war,
Hat er am Karfreitag gefressen.

Da hat er Frist drei ganzer Jahr,
Das er von niemand gefangen war,
auch mocht ihn niemand sehen.
Er verwandelt sich auf mancherlei Weise,
Tu ich mit Wahrheit erzählen.

Oft wie ein Geiß auch wie ein Bock,
Oft wie ein Rapp, oft wie ein Stock,
Konnt er sich allzeit machen,
Dazu wie ein Katz und ein Hund,
Der Teufel mocht solchs lachen.

Ein Daschen trug er bei im allzeit,
Darin war sein Schwarzkunst bereit.
Und wer ihn tät bekommen,
Es war Mann, Weib, Knecht oder Magd,
Hat er ins Leben genommen.

Und wo er eine schwangere Frauen west,
So braucht er seine Kunst gar fest,
Daß im die zuteil mocht werden,
Es wär ein Mann zu Roß oder Fuß,
Schlug er ihn zu der Erden.

Denn der Teufel war sein Mitkonsort,
Manchen frommen Menschen er ermordt,
Am Rheinstrom auf beiden Seiten,
Hat er neun großbaucheten Weibern,
Die Kinder aus dem Leib tun schneiden.

Und über die 200 Person,
Ermord und auch erschlagen ton,
Im Würtenbergerlande,
Hundertund 23 Menschen fürwahr,
Gebracht in Todesbande.

Und bekam das groß Geld und Gut,
Dabei gehabt ein` freien Mut,
Nach Ulm und Augsburg gezogen,
Auch darum viel Mord getan,
Sing ich da ungelogen.

Nach der Donau hat er sich gewend,
Und auf der Linz gefahren behend,
Darum viel Menschen erschlagen,
Ein Wald und Berg „Schlegelleiten“ genannt,
Hat ihn der Teufel hingetragen.

Darauf er manchen redlichen Mann,
Ermordet und erschlagen tan.
Nach Österreich auch kommen,
Da hat er fünf schwangern Weibern,
Und sonst viel Menschen das Leben genommen.

Zu Prag und sonst im Böhmerland,
Hat er gebracht in Todesband,
Bei 100 und vierzig tu ich sagen,
Acht großbauchige Frauen tu ich kund,
Auch jämmerlich erschlagen.

Danach hat er sich vorgenommen,
Er wöll wieder ins Elsaß kommen.
Gott täte solches wenden,
Denn die Zeit und Stund war da,
Daß er sein Leben mußt enden.

Denn er ist auf Regensburg kommen,
Nach Nürnberg hätt` er sich vorgenommen,
Wer ihm bekam auf der Straßen,
Denn er wußte wohl, wer Geld bei sich hätt`,
Mußte gleich das Leben lassen.

Ein Städtlein, Neuenmark genannt,
Fünf Meilen von Nürnberg, wohl bekannt,
Darein ist er gekommen,
Im Wirtshaus zur Glocken genannt,
Hat er die Herberg` genommen.

Einen Tag oder zwen,
Dazu wollt er ins Bade gehn,
Sein Däsch tät er von sich geben,
Dem Wirt, sollt ihms verwahren tun,
Das bracht ihn um sein Leben.

Als er kam in das Bad hinein,
Viel Volks täte darinnen sein,
Die fingen an zu sagen,
Von Peter Nirschens Mörderei,
Hört was sich tät zutragen.

Ein Kiefer saß nicht weit davon,
Der zeigt alle Wahrzeichen an,
Wie er soll haben ein Gestalte,
Zwen krumme Finger, im Backen ein Schramm,
Dazu auch ziemlich alte.

Der Bösewicht nahm sich’s gar nichts an,
Doch heimlich auf in die Mumlung kam,
Als er unter die Laßköpf war gesessen,
Zwei Bürger gingen auf ein Ort,
Und täten sich vermessen.

Und gingen zu dem Wirt behend,
Und fragten ihn wohl an dem End,
Wie sich der Gast tät halten,
Und was für Sachen er mit hab bracht,
und was er hat behalten.

Der Wirt zeigt ihn die Däschen bald,
Der Ein` öffnet sie mit Gewalt,
Seltsam Sachen warn darin verborgen,
Kindshändlein und Herzle fürwahr,
Dem Pfleger brachten sie`s mit Sorgen.

Der bestellet geschwind acht starke Mann,
Die ihn haben fangen tan,
Und auf ein Mistbern gebunden,
Und trugen ihn zu dem Pfleger hin,
Der fragt ihn zu den Stunden.

Was doch sein Handtierung wär?
Er sprach, er käm aus Ungarn her
Und ein Kriegsmann dort gewesen,
Man sollt ihm sein Däschen bringen her,
Und sein Paßporten lesen.

Der mocht ihm nicht werden zu teil,
Man streckt ihn flugs in schneller Eil`,
Fragt wie er sich tät nennen.
Peter Nirsch, sprach er bei sich,
All sein Mord tät er bekennen.

Fünfhundert und zwanzig Mord,
Hab er getan an manchem Ort,
Vierundzwanzig schwangre Frauen,
Hab er ermord und g`schnitten auf,
Die Kinder zu Stücken gehauen.

Darauf hat man den Böswicht,
In zweien Tagen hingericht,
Viel Riemen tät man aus ihm schneiden,
Ein messings Rösslin wurd heiß gemacht,
darauf da mußt er reiten.

Heiß Öl in die Wunden gegossen,
Heiß Blei durch das Feuer geflossen,
Auf die sohlen tät man ihms gießen,
An seinem Leib an allem Ort,
Mußt es darinnen fließen.

Und auf ein Brechen in gespannt,
Mit dem Rad zweiundvierzig Stöß zuhand,
das Leben auf die vier Straßen.

Darum O Christenmensch merk eben,
Hat dir Gott vergönnt das Leben,
So tu dich wohl bewahren, und mußt er lassen,
Vier Fluch schnitt man aus seinem Leib
Hängt sie lieb ihn von Grund des Herzens dein,
So magst du nicht muß fahren.

Leseprobe aus dem Band "Historische Serienmörder II".

Alle Bücher von Michael Kirchschlager auf www.verlag-kirchschlager.de

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